
Sind Sie oder Ihr Hund der Rudelführer? Befolgt der Hund Ihre Kommandos, ist er verkehrsicher? Eine gute Erziehung ist Vorraussetzung für ein schönes und vertrautes Zusammenleben zwischen Mensch und Hund. Das Wichtigste dazu lesen Sie hier:
Damit Ihr Hund mit Ihnen und Ihrer Familie zusammenleben kann, sollte er einige Spielregeln lernen. Am besten ist es, wenn er diese bereits ab dem Welpenalter kennen lernt, und sie für sein ganzes Leben lang verinnerlicht. Was sollte Ihr Hund können bzw. kennen? Unter anderem sollte Ihr Hund stubenrein sein, alleine bleiben können, Grundkommandos befolgen, verkehrssicher sein, ordentlich an der Leine und „Bei Fuß!“ laufen, sowie mit anderen Hunden und Menschen gut zurecht kommen. Die Erziehung in den ersten Monaten eines Welpen ist zwar für sein Verhalten als erwachsener Hund prägend, dennoch lernen Hunde ihr ganzes Leben lang. Es ist also nie zu spät!
Sozialisierung bedeutet, dass Ihr Hund mit Ihnen und Ihrer Umgebung, mit anderen Menschen und anderen Hunden vertraut ist. Sie haben einen temperamentvollen Welpen? Dann sollte er lernen, dass er Menschen nicht anspringen darf. Wichtig für die Sozialisierung eines Hundes ist zudem: der Welpe sollte die unterschiedlichsten täglichen Situationen kennen lernen und in ihnen seine Erfahrungen machen. Allerdings sollten diese immer positiv sein! Angst sollten Sie ignorieren, denn wenn Sie auf sein ängstliches Verhalten eingehen, bestärken sie Ihren Hund darin. Das heißt, Sie bestätigen Ihn in seinem Verhalten und er wird es in Zukunft öfter zeigen.
Zu Beginn sollte der Welpe lernen, stubenrein zu werden. Dann sollte er sich langsam an Halsband und Leine gewöhnen, um beispielsweise später nicht an der Leine zu ziehen und Kommandos wie „Bei Fuß!“ zu befolgen. Um ihn an die Leine zu gewöhnen, ziehen Sie Ihrem Welpen zuhause immer wieder für kurze Abstände das Halsband über und lenken Sie ihn während dessen durch Futter oder spielen ab.
Hunde wollen ihr Lager von Natur aus nicht verschmutzen und suchen deshalb eher abgelegene Ecken, um sich zu Entleeren. Führen Sie Ihren Welpen am Anfang alle drei Stunden nach draußen, damit er dort die Möglichkeit hat, sein Geschäft zu erledigen. Gibt es in Ihrer Nähe eine Wiese, welche auch bei anderen Hunden zu diesem Zweck beliebt ist, suchen Sie diese am besten auf! Durch den Geruch wird Ihr junger Hund schnell verstehen, was sie dort von ihm erwarten. Wenn er sein kleines oder auch großes Geschäft am gewünschten Ort erledigt hat, sollten Sie ihn ausführlich loben, egal wer Sie hören oder sehen könnte! Sie haben keine Möglichkeit, dass der Welpe auch Nachts aus Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus raus kann? Ist dies gar nicht möglich, legen Sie einen bestimmten Platz in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus mit Zeitungspapier aus. Bringen Sie Ihrem Welpen ähnlich wie bei der Wiese bei, wofür dieser Ort da ist.
Wenn Sie Ihren Welpen genau beobachten, werden Sie bald wissen, wann er „muss“. Meistens kurz nach dem fressen, nach dem schlafen und nach Bewegung. Macht der Kleine doch noch ab und zu in die Wohnung, dürfen Sie ihn nur bestrafen, wenn Sie ihn genau in diesem Moment erwischen. Sagen sie laut und deutlich „Nein!“ und führen Sie ihn anschließend sofort hinaus zum eigentlichen Löseplatz. Die Stelle, an die der Welpe gemacht hat, sollte sehr gründlich gereinigt werden, damit der Geruch entfernt ist. Sonst neigt der Welpe dazu, diese Stelle erneut aufzusuchen. Späteres Schimpfen wird Ihren jungen Freund nur verunsichern, da er die Bestrafung nicht mit dem Grund in Verbindung bringen kann. Das kann er auch dann nicht, wenn Sie seine Nase an die Unglücksstelle halten. Diese Methode ist absolut veraltet und bringt keinen Erfolg!
Ihr Welpe sollte Sie als Rudelführer akzeptieren und Ihnen vertrauen. Dies sind die zwei wichtigsten Grundvoraussetzungen, um Ihrem Hund etwas beizubringen. Um dieses Vertrauen und darüber hinaus eine tiefe Bindung aufzubauen, ist es am einfachsten, wenn Sie mit Ihrem Welpen regelmäßig ausgiebig spielen. Bleiben Sie dabei jedoch immer der Chef! Das gelingt Ihnen ganz einfach, indem Sie beispielsweise Anfang und Ende des Spiels bestimmen.
Unterbrechen Sie in so einem Fall einfach kurz das Spiel. Für einen Welpen reicht diese Maßnahme als Bestrafung. Das Spiel können Sie dann nach einer kurzen Pause fortsetzen.
Ihr Hund lernt am schnellsten und besten, wenn er Freude und Spaß am Lernen hat. Wenn er das Üben eines Kommandos als freudige Herausforderung sieht, durch die er Ihnen sein Können beweisen kann, wird er schnell lernen. Am leichtesten motivieren Sie Ihren Hund mit einem Leckerli, einem Lob, streicheln oder spielen.
Hat Ihr Hund gelernt, dass Sie ihn nicht im Stich lassen, wenn Sie ihn zu Hause zurücklassen müssen und immer wieder kommen, ist es kein Problem, ihn alleine zu lassen. Allerdings sollten Sie nicht mehr als fünf Stunden und nur in absoluter Ausnahme mehr als sieben Stunden weg sein. Geben Sie Ihrem Hund bevor Sie ihn alleine lassen bei einem Spaziergang die Möglichkeit, sich auszutoben und sein Geschäft zu erledigen. Wurde er zuvor genügend ausgelastet fällt das Warten leichter, da Ihr Hund müde ist! Ein junger, energiegeladener Hund, der zuvor nicht gespielt hat, wird sich sonst aus Langweile seine eigenen Beschäftigungen suchen. Da kann er schon mal verschiedenste Gegenstände anknabbern, oder er geht in Ihrem Bett auf Entdeckungstour.
Bevor Sie die Wohnung verlassen, sollten Sie keine große Abschiedsszene
machen. Ihr Kommen und Gehen sollte für Ihren Hund etwas völlig normales sein. In einem Rudel kündigt kein Hund an, dass er nun für einige Zeit das Rudel verlassen will. Gehen Sie ohne große Verabschiedung. Ungefähr eine halbe Stunde bevor Sie gehen, sollten Sie den Hund ignorieren. Verlassen Sie ihn mitten im Spiel, dann wird er Ihnen auf jeden Fall hinterherlaufen. Um den Abschied zu trainieren, beginnen Sie damit, zunächst nur für einige Minuten aus dem Zimmer zu gehen. Verlängern Sie den Zeitabstand immer ein wenig weiter, bis Sie schließlich die Wohnung ganz verlassen. Natürlich fällt es Ihnen am Anfang besonders schwer, den Kleinen alleine zu lassen. Setzen Sie sich deshalb zunächst vor die Tür und gehen Sie später kurze Erledigungen machen. Sollte der Hund jaulen oder bellen, wenn Sie nicht da sind, dürfen Sie erst wieder die Wohnung oder das Haus betreten, wenn er einen Moment still ist. Sonst speichert der Hund die Erfahrung, dass Sie zurückkommen, wenn er jault oder bellt. Auch wenn sich Ihr Hund freut, wenn Sie heimkehren, sollten Sie ihn nicht zu überschwänglich begrüßen. Natürlich freuen Sie sich auch. Aber je größer die Wiedersehensfreude ist, desto mehr wird Ihr Hund jedes Mal auf Sie warten, wenn Sie nicht bei ihm sein können. Sollte mal etwas kaputt gegangen oder eine Pfütze zu sehen sein, schimpfen Sie beim Wiedersehen mit Ihrem Hund nicht. Das würde ihn nur verwirren. Entfernen Sie satt dessen beim nächsten Mal mögliche gefährdete Gegenstände und lassen Sie ihm Kauspielzeug da.
Jeder Hund kann lernen, alleine zu bleiben und sollte dies auch. Es kann immer zu Situationen kommen, in denen Ihr Hund Sie nicht begleiten kann und dann sollte er an das allein sein gewöhnt sein.

Damit Sie in jeder Situation mit Ihrem Hund Herr der Lage bleiben, sollte Ihr Vierbeiner einige wichtige Kommandos kennen und beherrschen.
Wenn Sie einen Leckerbissen hochhalten, werden sich die meisten Hunde von alleine setzen, um das Leckerli aus dieser für sie angenehmen Position zu betrachten. Wie erreichen Sie es nun, dass Ihr Hund das Spiel mit dem Leckerli mit dem Kommando verknüpft? In dem Moment, indem er sich hinsetzt sollten Sie deutlich das Kommando „Sitz!“ sagen und Ihren Hund bei richtiger Ausführung dafür loben. Nach wenigen Wiederholungen wird Ihr Hund dieses Kommando erlernt haben.
Bei diesem Kommando soll der Hund sich hinlegen. Halten Sie in Ihrer Hand ein Leckerli und ziehen es vor Ihrem sitzenden Hund langsam von oben auf den Boden und nach vorne. Der Hund sollte Ihrer Bewegung folgen. Falls diese Methode nicht funktioniert, können Sie dem sitzenden Hund auch leicht die Vorderpfoten nach vorne ziehen. Sobald der Hund liegt, sagen Sie deutlich das Kommando „Platz!“ und loben ihn bei korrekter Ausführung.
Vorraussetzung für das Erlernen dieses Kommandos ist die Tatsache, dass Ihr Hund bereits an Halsband und Leine gewöhnt ist. Zu Beginn sollten Sie ihn mit freundlichen Worten locken. Sie können auch ein Leckerli einsetzen. Halten sie es so, dass der Hund es sehen kann, gehen ein paar Schritte und sagen „Bei Fuß!“. Der Hund wird das Leckerli fixieren und neben Ihnen laufen. Loben Sie Ihren Hund und geben Sie ihm nach ca.10 Schritten das Leckerli. Loben Sie Ihren Hund dazu immer, wenn er zufällig neben ihnen herläuft und sagen Sie dann „Bei Fuß!“
Sie sollten zwischen den Kommandos „Hier!“ und „Komm!“ genau
unterscheiden. „Komm“ setzen Sie beim spazieren gehen ein, wenn sich Ihr Hund zu weit entfernt. Es bedeutet komm in meine Nähe. Bei dem Kommando „Hier!“ soll der Hund zu Ihnen kommen, sich vor Ihnen hinsetzen und warten, welches Kommando folgt. So können Sie Ihren Hund beispielweise rufen, um Ihn dann anzuleinen.
Beide Anweisungen lernt Ihr Hund jedoch auf ähnliche Weise: Locken Sie ihn mit einem Leckerli zu sich. Reagiert er darauf nicht, können Sie sich zusätzlich in die Hocke begeben. Sobald der Hund zu ihnen läuft, geben Sie das Kommando. Beim Kommando „Hier!“ halten sie das Leckerli vor sich bis der Hund sich automatisch hinsetzt. Jetzt bekommt er von Ihnen das begehrte Stück und ein ausgiebiges Lob. Beim Kommando „Komm!“ erhält der Hund sein Leckerli, wenn er bei Ihnen angekommen ist. Auch hier dürfen Sie das Loben nicht vergessen. Sollten Sie bei diesen Kommandos Probleme haben, üben Sie diese zunächst mit einer längeren Leine von beispielsweise 10 Metern. Die gibt es im Fachhandel zu kaufen. So kann sich Ihr Hund relativ frei bewegen und Sie haben dennoch die Kontrolle. Wenn der Hund auf Ihr Kommando nicht reagiert, können Sie leicht an der Leine ziehen, damit er zu Ihnen kommt. Wenn Ihr Hund die Kommandos an der langen Leine perfekt beherrscht, können sie anfangen, ohne Leine zu üben.
Das Kommando „Aus!“ sollte sehr gut geübt werden, da es in bestimmten Situationen für ihren Vierbeiner lebenswichtig sein kann. Spielen Sie mit Ihrem Hund. Geben Sie ihm einen Gegenstand. Lenken Sie Ihren Hund mit einem Leckerli ab. Sobald er den Gegenstand (z.B. ein Spielzug) fallen lässt um das Leckerli zu bekommen, sagen sie deutlich „Aus!“, loben den Hund und geben ihm seine Belohnung. Das wiederholen Sie, bis der gewünschte Lernerfolg sich einstellt.
Beinahe alle Hundeschulen bieten Welpenstunden an. Hier lernt Ihr Welpe den Umgang mit anderen Hunden und wird mit verschiedenen Alltagssituationen bekannt gemacht, zum Beispiel einer Fahrradklingel oder dem Laufen über einen unbekannten Untergrund. Als Hundehalter können Sie hier Erfahrungen austauschen und sich wertvolle Tipps von Ihrem Hundetrainer holen. Vor allem wenn es Ihr erster Welpe ist, lernen Sie hier einen sicheren Umgang mit dem kleinen Freund. Zusätzlich lernt der Hund spielerisch inmitten vieler Menschen und Hunde sich auf Sie zu konzentrieren und baut Vertrauen auf.
Eine gelungene Welpenprägestunde besteht aus einem abwechslungsreichen Programm. Dieses sollte eine Mischung zwischen Spiel und Lernen sein und Ihrem Welpen und Ihnen viel Freude bereiten.
In den meisten Hundeschulen wird durch Kurse auf diese Prüfung hingearbeitet, die sinnvoll für jeden Familienhund ist. Allerdings kann man sich auch alleine vorbereiten und sich dann zur Prüfung anmelden. Bei der Prüfung müssen Sie und Ihr Hund gemeinsam zeigen, dass Ihr Hund „Fuß“ laufen kann, aus dem Laufen heraus „Sitz!“ und „Platz!“ beherrscht und so lange auf dem Platz liegen bleibt bis Sie ihn „Abrufen!“. Wenn Sie ihn rufen, soll er direkt zu Ihnen kommen und sich durch nichts ablenken lassen. Des weiteren müssen Sie an anderen Hunden und Menschen vorbeigehen, ohne das Ihr Hund Interesse an ihnen zeigt. Sollten Sie die Prüfung nicht bestehen, können Sie es normalerweise zum nächsten Termin einfach noch mal versuchen. Geben Sie auf keinem Fall Ihrem Hund die Schuld! Meistens sind Herrchen oder Frauchen so nervös, dass sie diese Unruhe auf den Hund übertragen, oder es wurde einfach noch nicht genügend geübt.
Sobald Ihr Hund zufällig etwas macht, dass Sie ihm im versuchen beizubringen, sollten Sie immer deutlich das passende Kommando sprechen und ihn loben. Während der Erziehung werden Sie fast immer ein paar Leckerlis dabei haben. Geben Sie ihrem Hund aber immer nur dann etwas, wenn er belohnt werden soll. Wenn er zu häufig oder einfach so Leckerlis bekommt, verlieren Sie Ihren Wert, da er sich dann nicht mehr dafür bemühen muss.