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Kranker Hund

Erste Hilfe beim Hund

Wenn es drauf ankommt, sollten Sie wissen was zu tun ist! Helfen Sie Ihrem Hund richtig und ohne Scheu. Verhaltensregeln und die wichtigsten Tipps finden Sie hier:

Erste Hilfe ist kein Ersatz für einen Tierarztbesuch, sondern wie beim Menschen nur eine erste Maßnahme in Notsituationen! Zur Sicherheit ihres Hundes sollten Sie immer einen Tierarzt aufsuchen, wenn Ihrem Freund etwas fehlt! Sie sollten für Notfälle stets auch die Telefonnummer ihres Tierarzt oder einer Tierklinik bei sich führen!

Ein Hund ist verletzt:

Allgemeine Verhaltensregeln

  • Bleiben Sie ruhig! Ihre Hektik wird sich auf den Hund übertragen und ihn zusätzlich ängstigen!
  • Versuchen Sie, den Hund zu beruhigen (leise und ruhige Stimme, langsame Bewegungen...) und anzuleinen!
  • Bringen Sie ihn, wenn möglich, aus der Gefahrenzone!
  • Scheint der Hund bewusstlos oder tot, beobachten Sie seinen Brustkorb, um zu sehen ob das Tier noch atmet! Horchen Sie auf Atemgeräusche!
  • Der Hund verhält sich eventuell anders als gewohnt und kann, wenn er Schmerzen oder Angst hat, beißen. Seien Sie deshalb besonders vorsichtig! Mehr dazu unter Maulschlinge.
  • Rufen Sie einen Tierarzt oder eine Tierklinik an und beschreiben Sie die Situation! Hier sagen Ihnen Profis, was zu tun ist.
  • Leisten Sie erste Hilfe und bringen Sie den Hund schnell zum Tierarzt oder in eine Tierklinik!

Maulschlinge/Schnauzenbinde:

So brav Ihr Hund auch unter normalen Umständen sein mag, wenn er starke Schmerzen hat, kann er Sie beißen! Denken Sie daran, dass Ihr Hund ein instinktgeleitetes Tier ist! Ist Ihr Hund verletzt und kein Maulkorb zur Hand, binden Sie ihm deshalb sicherheitshalber die Schnauze zu, um ihm ohne Gefahr helfen zu können. Verwenden Sie eine Binde oder beispielsweise einen Schal. Formen Sie eine Schlinge, ziehen Sie diese von vorne über die Schnauze des Tieres und ziehen Sie dann vorsichtig zu. Sie sollte fest sitzen, dem Hund aber ermöglichen, ohne Probleme zu atmen! Kreuzen Sie die beiden Enden der Binde unter der Schnauze und knoten Sie diese hinter den Ohren im Nackenbereich zu. So kann Ihr Hund auch in Panik weder Sie noch sich selbst verletzen.

In den folgenden Situationen dürfen Sie jedoch keine Maulschlinge verwenden: Bewusstlosigkeit, Hitzschlag, Atembeschwerden, Nasenbluten, Verletzungen im Bereich der Schnauze, Herz -/Kreislaufbeschwerden, Erbrechen.

Transport eines verletzen Hundes:

Wenn der Hund nicht selber laufen kann, tragen Sie ihn vorsichtig mit der verletzen Seite von Ihrem Körper abgewandt. Handelt es sich um einen größeren Hund, ziehen Sie ihn vorsichtig auf eine Decke und tragen Sie diese mit mehren Personen. Vermuten Sie Knochenbrüche oder eine Schädigung der Wirbelsäule, dann legen Sie unbedingt eine feste, stabile Unterlage unter die Decke, damit das Tier nicht durchhängt. Ist der Hund bewusstlos, legen Sie ihn in eine stabile Seitenlage und transportieren ihn so. Befindet sich der Hund in einem Kreislaufschockzustand, legen Sie den Kopf des Tieres tief und den hinteren Körper etwas höher. Bei Atemnot achten Sie darauf, dass der Kopf des Hundes hoch gelagert ist! Mögliche Symptome und dazu passende Erste Hilfe.

Kranker Hund

Symptome und Erste Hilfe

Atemstillstand:

Kneifen Sie den Hund zuerst in die Nasenlöcher! Stellt sich dann keine Atmung ein müssen Sie ihn ähnlich wie einen Menschen beatmen: Öffnen Sie seinen Fang und ziehen Sie zunächst die Zunge nach vorne. Hat der Hund sich erbrochen oder etwas verschluckt, entfernen Sie zuerst mögliche Reste. Wenn der Rachenraum frei ist, versuchen Sie den Fang gut zu schließen. Halten Sie die Schnauze zu und umschließen Sie mit Ihren Lippen die Nase des Hundes. Blasen Sie vorsichtig hinein. Lösen Sie dann Ihre Lippen von der Nase des Hundes, damit das Tier ausatmen kann. Achten Sie vor allem bei kleineren Tieren darauf, nicht zu viel Luft in die Nase hinein zu blasen. Es reicht aus, wenn der Brustkorb sich merkbar hebt. Nach ca. einer Minute sollten Sie eine Pause machen und beobachten ob, der Hund eventuell wieder selbständig atmet. Ist dies nicht der Fall, fahren Sie mit der Beatmung fort. Dabei sollten Sie etwa 3 Sekunden Luft einblasen, dann den Hund 2 Sekunden ausatmen lassen.

Ein Hund ist bewusstlos:

Versuchen Sie, den Hund auf seine rechte Seite zu legen und den Kopf nach oben zu strecken. Ziehen Sie die Zunge so weit heraus, dass diese aus der Schnauze hängt. Kontrollieren Sie nun Atmung und Herzschlag des Tieres.
Atmung: Ein Heben und Senken des Brustkorbes muss zu sehen sein. Ein Normalwert für die Atmung in Ruhe sind mindestens 20 Atemzüge pro Minute.
Das Herz befindet sich auf der linken Brustseite, es ist 4 - 5 cm hinter dem Ellbogengelenk zu sehen oder zu ertasten. Normalwerte des Herzen sind in Ruhe bei einem großen Hund etwa 80 Schläge pro Minute, bei einem kleinen Hund oder Welpen etwa 80-120 Schläge in der Minute.

Fremdkörper im Rachen:

Ihr Hund würgt, erbricht sich, hat deutlich merkbare Schluckbeschwerden und eventuell eine geschwollene Zunge? Dann befindet sich wahrscheinlich ein Fremdkörper in seinem Rachen. Öffnen Sie seinen Fang und kontrollieren sie, ob es möglich ist, den Fremdkörper selbst zu entfernen. Ist dies nicht der Fall suchen Sie sofort einen Tierarzt auf, denn der Fremdkörper muss auf jeden Fall heraus.

Herzstillstand:

Legen Sie den Hund auf die rechte Seite, strecken Sie seinen Kopf und ziehen Sie die Zunge heraus. Drücken Sie mit ihren Händen auf der linken Seite hinter dem Ellenbogen einige Male auf den Brustkorb. Daraufhin beatmen Sie den Hund und drücken dann erneut auf den Brustkorb. Wiederholen Sie diese Tätigkeit 80 bis 100 Mal in der Minute.

Hitzschlag:

Ihr Hund hechelt ungewöhnlich stark, taumelt, hat Atemnot oder ist sogar bewusstlos? Wenn es sich um einen Hitzschlag handelt, sollten Sie ihn sofort an einen kühlen Platz im Schatten bringen. Kühlen Sie ihn mit feuchten Tüchern und sorgen Sie dafür, dass genügend Wasser zum trinken vorhanden ist! Auf keinen Fall sollten Sie Ihren Hund in kaltes Wasser werfen oder mit kaltem Wasser abspritzen- es könnte zu einem Schock kommen.

Insektenstich:

Wenn möglich, entfernen Sie bei einem Insektenstich den Stachel und kühlen Sie die Schwellung. Wurde der Hund im Mund gestochen (Schwellung des Fangs, der Zunge, eventuell Atemnot) sollten Sie sofort zum Tierarzt gehen!

Knochenbrüche:

Besteht der Verdacht, dass der Hund sich etwas gebrochen hat, sollten Sie ihn nur noch sehr behutsam bewegen. Abgeknickte Glieder auf keinen gerade biegen, hier richten Sie als Laie möglicherweise mehr Schaden an, als dass Sie helfen! Einen geraden Bruch können Sie bis zum Eintreffen beim Tierarzt mit einfachen Mitteln schienen.

Schock:

Ihr Hund atmet extrem schnell, seine Schleimhäute sind weiß, er zittert und seine Temperatur ist sehr niedrig? Legen Sie den Hund auf die Seite, so das er es bequem hat, und halten Sie ihn warm. Schieben Sie eine Decke unter die Beine und sein Hinterteil, damit beide leicht hoch gelagert sind. Bringen Sie Ihren Hund auf jeden Fall zum Tierarzt!

Vergiftung:

Es befindet sich in Erbrochenem, im Kot oder Urin Blut? Ihr Hund wirkt apathisch, seine Schleimhäute werden gelb oder bläulich und er hat Krämpfe? Suchen Sie sofort einen Tierarzt auf, denn es liegt wahrscheinlich eine Vergiftung vor! Ist die Aufnahme des Giftes weniger als eine Stunde her, kann die Wirkung durch eine Magenspülung oder Erbrechen deutlich verringert werden. Damit Ihr Hund erbricht können Sie ihm eine Kochsalzlösung einflößen (1Esslöffel auf 100ml Wasser), auf keinen Fall sollten Sie Ihrem Hund aber Öl oder Rizinusöl geben! Achten Sie jetzt besonders darauf, dass der Hund genügend frisches Wasser zur Verfügung hat.

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